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Und dann sind sie plötzlich in Sicht. Endlich. Nur wenige Meter von unserem Boot entfernt durchschneidet die
gewaltige Rückenflosse eines Wals das Wasser. Sein gewaltiges Schwert identifiziert ihn als männlichen Killerwal. Mit einem Zischen wie dem einer Dampflok stößt der Meeressäuger seinen Atem in die
Morgenluft. Zwei, drei Meter steigt die Fontäne aus weißem Dampf in den Himmel. Sonnenstrahlen brechen sich in den winzigen Wassertröpfchen, brechen das Licht in seine Spektralfarben auf.
Jim stoppt die Maschinen. In der Mittagssonne gesellen sich einige Wale zu unserem Boot und rasten selbst ein
wenig. Während an Bord eine kleine Mahlzeit gereicht wird, haben wir ausgiebig Gelegenheit, die Orcas zu beobachten. Scheinbar schwerelos liegen sie im Wasser. Ihre schlanken Körper ragen nur zum Teil
heraus und ihr ruhiges Atmen dringt durch die Stille zu uns herüber.
Über das Hydrophon an Bord lässt Jim uns an der Welt unter Wasser teilhaben. Erst dringt durch den Lautsprecher
nur ein wenig Meeresrauschen an unsere Ohren, doch dann hören wir plötzlich kurze Zisch- und Klicklaute. Die Wale kommunizieren miteinander! Jim ist ganz aufgeregt. Manchmal hört man nämlich gar nichts.
Doch heute meinen es die Tiere anscheinend gut mit uns. Ihre Kommunikation ist auch eines der Forschungsziele der hier lebenden Walforscher, zu denen einige Deutsche gehören. Jim unterstützt ihre Arbeit.
An Bord seiner beiden Schiffe wurden schon viele Tonaufzeichnungen der Lautäußerungen verschiedenster Orcas gemacht.
Die Wale, auf die wir heute gestoßen sind, gehören zum I18 Sub-Pod, erklärt uns Gearldine, die zur Crew gehört und
die vielen Fragen der Passagiere kompetent beantwortet. Zur Philosophie von Jims Unternehmen gehört es nämlich, die Wale nicht nur beobachten zu lassen, sondern auch Hintergrundinformationen an die
Touristen weiterzugeben. Dies geschieht in Form von Kurzseminaren an Bord der Schiffe. Sie geben einen Einblick ins Leben der friedvollen Killer. Nur wenige Besucher lassen sich diese Chance entgehen,
mehr über die Wale zu erfahren. Mancher Tourist ist schon zwei, drei Mal oder noch öfter dabeigewesen.
Auf solchen Kurzeinweisungen erfährt man viel über die nur wenige Meter entfernt schwimmenden Orcas. Sie gehören
zur Gruppe der über 200 Northern Residents und halten sich von Juli bis in den Oktober hinein in der Johnstone Strait auf.
Egal ob Northern oder Southern Residents, "die Tiere haben viel, was die Menschen nicht haben. Die Familien
sind geschlossene Gruppen, die sich untereinander stark verbunden fühlen", erklärt uns Jim Borrowman. Bis zu vier Generationen können dort versammelt sein. Eines betont er besonders: "Sie sind
ein gutes Beispiel für ein friedliches Zusammenleben." Dann verschwindet er wieder auf die Brücke, um uns zurück nach Telegraph Cove zu bringen.
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