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Auch heute noch reisen viele Individualtouristen an diesen Ort, um sich mit Jim Borrowman auf Tour zu begeben.
Doch es kommen auch viele Reisegruppen mit bis zu 50 Besuchern, die an diesem Ort ein besonderes Erlebnis finden möchten.
"Wir ermöglichen den Menschen, etwas Einmaliges zu sehen. Diese Leute sind privilegiert, so faszinierende
Tiere beobachten zu können und eine so wahnsinnig schöne Landschaft zu sehen", sagt der quirlige Kanadier.
Der Whalewatching-Tourismus in und um Victoria beeinflusst selbstredend auch sein Geschäft im Norden der Insel.
Nicht nur deshalb steht er dem Waltourismus im Süden eher kritisch gegenüber. Anfang der 90er Jahre gab es in Victoria nur eine Whalewatching-Company, nun sind es rund 40 Boote.
Meistens Schlauchboote, die maximal 12 Touristen zu den Walen bringen können. Jim Borrowman bevorzugt größere
Boote, um mehr Leute dorthin zu fahren. Seine Philosophie: Viele Leute in einem großen Boot auf dem Wasser sind besser als viele Leute in vielen kleinen Booten.
Er fährt mit der M.V. Lukwa und der M.V. Gikumi. Ausgerüstet sind sie unter anderem mit Unterwassermikrofonen.
"Es ist einfach faszinierend, die Welt unter Wasser zu hören. Die Menschen sollten einmal den Stimmen der Wale dort lauschen. Manchmal machen sie viele Geräusche, manchmal gar keine." Ein
wirklich tolles Gefühl, das seine Passagiere gerne mit ihm teilen.
Ein einfacher Touristenkutscher möchte Jim nicht sein. Sein Interesse und Engagement in Sachen Naturschutz und
Orcaforschung würde dies auch gar nicht zulassen. Im Laufe der Zeit ist er mit vielen sehr engagierten Leuten zusammengetroffen. Zum Beispiel mit dem Walforscher Graeme M. Ellis. Er arbeitet an der
Pacific Biological Station, Department of Fisheries and Oceans in Nanaimo.
"Wir alle haben ein Feeling für die Orcas entwickelt. Man muss die kleinen Dinge sehen. Man sollte den Leuten
erzählen, warum sich die Wale so verhalten und nicht anders oder in welchem Ökosystem sie leben." Wer möchte, kann sich von Jim in kleinen Seminaren, die er auf seinen Touren veranstaltet, in Welt
der Meeressäuger einführen lassen.
Es ist die Leidenschaft für diese Lebewesen, die ihn in seinem Schaffen antreibt. "Ich liebe diese Tiere. Sie
sind mein Leben", bekennt Jim. Sein Engagement zeigt sich beispielsweise auch darin, dass er an den Richtlinien für Whalewatching-Touren mitgearbeitet hat. Oder dass er in der Walsaison Kontakt zu
den Alaska-Kreuzfahrtschiffen hält, die die Johnston Strait passieren.
Sind Wale gesichtet worden, gibt er diese Information weiter, damit die Schiffsmotoren nur noch mit geringer Kraft
laufen. Schließlich sollen die Wale möglichst wenig gestört werden. Nebeneffekt: für die Passagiere der Alaskakreuzer sind die Orcas ein faszinierendes Schauspiel.
Jims Walmuseum
In den mehr als 20 Jahren, in denen Jim sich mit den Orcas beschäftigt hat, hat er begonnen, Knochen und Skelette
von Walen zu sammeln. Fragt ihn einer seiner Besucher danach, erzählt er gerne mehr über diese Funde. Sein Traum: ein einzigartiges Whale- und Whalewatching-Museum eröffnen zu können.
Schon jetzt kann man beim Besuch von Telegraph Cove das eine oder andere Exponat bestaunen. Dort, wo der
autobreite Holzsteg an dem Gebäude endet, in dem sich auch sein Charterunternehmen für Waltouren niedergelassen hat, stoßen Interessierte auf unübersehbare Zeichen seiner Sammelleidenschaft.
Zwei mächtige Schädelknochen eines Mink- und eines Grauwales stehen immer irgendwo auf dem Pier herum. Jims ganzer
Stolz ist der komplette Knochenbau eines Killerwales. Das Orcaskelett hängt in luftiger Höhe in der Nähe des Geräteschuppens am Eingang. Aber auch das Schild Orcas X-ing in Signalgelb weist
unmissverständlich darauf hin, dass hier jemand zu Hause ist, dessen Leben sich um Killerwale dreht.
Auch noch, wenn die letzten Touristen in ihre Busse gestiegen sind und in Richtung Hotel fahren. Abends, wenn Jim
nach all dem täglichen Touristenrummel in seinem kleinen gemütlichen Haus sitzt, lauscht er den Tieren in der Cove. Ein fest installiertes Mikrofon überträgt jedes noch so geringe Geräusch.
Ob Baldeagle oder Fischotter, nichts entgeht seiner empfindlichen Technik. Ein Unterwassermikrofon eröffnet ihm
den Zugang zur Unterwasserwelt. Denn es könnte ja sein, dass sich ein Orca in die Nähe von Telegraph Cove verirrt hat. Und dann kann er diesen vielleicht auch mit seinem Hydrophon hören.
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