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DEEPDIVE
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WERBUNG
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g SPECIAL
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Wassersport und Sehen
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(Foto: Sziols)
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Welche Brillengläser eignen sich am besten für den Wassersport? Welche Fermgläser
eignen sich besonders gut für den Einsatz auf Booten? Gibt es wasserdichte Ferngläser? Welche Fernglas-Typen gibt es? Gibt es Tauchbrillen für Korrektionsbrillenträger?
Antworten auf diese und weitere Fragen finden Sie im SPEZIAL.
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< zum SPECIAL
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g BUCH-TIPP
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Orcas an der Westküste Kanadas
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An welchen Orten dieser Erde kann ich Orcas beobachten? Was erwartet mich auf einem
Whale-Watching-Trip? Sie suchen noch nach einer perfekten Ergänzung Ihrer Reiseliteratur? Dann entdecken Sie die Welt der Orcas mit den Whale-Watching-Guides aus der fsonny.project world.
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ISBN 3-9806825-0-1
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Verlag:
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fsonny.project world,
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Wuppertal
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< fsonny.project world
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Walarten an der Westküste Kanadas
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Orcas
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1. Der Name
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2. Der Lebensraum
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3. Größe, Länge, Gewicht, Geschwindigkeit
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4. Verhaltensweisen
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5. Familienleben
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6. Resident, Transient und Off-Shore-Orcas
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7. Southern und Northern Residents
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8. Orcas und die Menschen
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9. Das Image
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10. Kommunikation der Orcas
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11. Die Lautäußerungen
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12. Sind Wale in Gefangenschaft sprachlos?
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13. Wie funktioniert die Echolotung bei den Killerwalen?
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Orcinus Orca
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1. Der Name
Orcas, Killerwale, Blackfish, Schwertwale, Balins Épaulard, die für viele Menschen mit Abstand faszinierendsten
Meeressäugetiere haben aufgrund ihrer Verbreitung in allen Meeren dieser Erde die unterschiedlichsten Namen erhalten. Viele Bezeichnungen basieren auf der Annahme, dass es sich bei diesen Meeressäugern
um die Beherrscher der Weltmeere handele. Deshalb flossen auch immer ein wenig Furcht und Respekt der Menschen in die Namensgebung mit ein.
So hatten Walfänger im 18. Jahrhundert beobachtet, wie Orcas Jagd auf Seehunde und Grauwalfamilien machten. Die
Bezeichnung Killer of Whales war geboren, schließlich machte man Killerwhales daraus. Dass sie jemals auch Menschen angegriffen haben, ist aber bisher noch nicht bestätigt worden.
Oder man bezog sich bei der Namensgebung einfach auf Äußerlichkeiten. So hatten Seefahrer und Fischer in B.C.
Orcas jahrelang einfach als Blackfish bezeichnet. Die Namensgebung lag nahe, da die Haut der Tiere eine schwarzweiße Zeichnung hat.
Der wissenschaftliche Name Orcinus Orca orientiert sich dagegen an einer lateinischen Bezeichnung und bedeutet
soviel wie "gehört zum Königreich der Toten". In englischsprachigen Wissenschaftskreisen ist Killer Whale die gebräuchliche Bezeichnung geworden und wird heutzutage oft benutzt.
Der Orca gehört zur Ordnung der Delphine und Wale, genauer der Zahnwale. Im Gegensatz zu anderen Walen hat er
nämlich Zähne an Ober- und Unterkiefer. Da er der längste Vertreter der Delphinfamilie ist, müsste er eigentlich Killerdelphin genannt werden. Aufgrund seiner Größe ist er jedoch mehr ein Wal. Die
Unterscheidung zwischen Delphin und Wal ist keine wissenschaftliche, sondern wird durch die Größe bestimmt.
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Hier nur eine kleine Auswahl an Namen, die Naturvölker den Orcas gegeben haben:
max´inux (Northern Vancouver Island Kwaikiutl)
ska-ana (Eastern Arctic Inuit)
arluq (Ainos of the Kuril Islands)
shamanaj (Yahgan of Tierra del Fuego, South America)
Namen in verschiedenen Sprachen:
épaulard (französisch/French)
hahyrningur (isländisch/Icelandic)
shachi (japanisch/Japanese)
kasatka (russisch/Russian)
Schwert- oder Mörderwal
(deutsch/German)
spekkhugger (norwegisch/Norwegian)
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2. Der Lebensraum
Die Heimat der Killerwale sind sämtliche Weltmeere von den Polen bis zum Äquator. Allerdings bevorzugen sie kalte
Gewässer. Sie sind die einzigen Lebewesen, die über die ganze Erde verteilt sind; vom Menschen einmal abgesehen.
Im Westen Kanadas findet man sie entlang der Küste British Columbias (B.C.). Von Beginn des Sommers bis in den
frühen Herbst hinein trifft man ständig auf Wale in der Johnstone Strait im Norden von Vancouver Island und in der Juan de Fuca Strait im Süden der Insel, nahe der US-Grenze zum Staate Washington.
Nirgendwo sonst als an der Westküste Kanadas trifft man auf eine so große Anzahl von ihnen. Aber gleichzeitig
hüten sie noch immer elementare Geheimnisse und sind daher auch heute noch eine der rätselhaftesten Tierarten unserer Erde.
3. Größe, Länge, Gewicht, Geschwindigkeit
Wenn man die Orcas beobachtet, sieht man in der Regel nur den Rücken mit den Rückenfinnen, eventuell noch einen
Teil des Kopfes und manchmal auch die Schwanzflosse. Der Rest des Körpers bleibt bis zum ersten Breach verborgen. Erst dann sieht man richtig, wie mächtig die Körper sind.
So erreichen Orcabullen eine Länge von acht bis neun Metern und wiegen bis zu acht Tonnen. Sie werden rund 35
Jahre alt. Orcakühe dagegen sind kleiner, nur rund sieben Meter lang, und fast fünf Tonnen schwer. Sie erreichen ein Alter von rund 50 Jahren. Es wurden aber auch schon 80-jährige Orcaweibchen gefunden.
Allerdings sind sie die Ausnahme.
Besonders in Gefangenschaft verkürzt sich das Leben dieser faszinierenden Tiere erheblich. Sie werden kaum älter
als 25 Jahre, sterben in der Regel aber schon nach zehn Jahren. Also überhaupt kein Vergleich zum Leben in freier Wildbahn.
Dort bringen Orcakühe in ihrem Leben im Durchschnitt vier bis sechs Junge zur Welt. Bei der Geburt wiegen sie
knapp 180 bis 200 Kilogramm. In der nordwestlichen Region des Pazifiks gebären die Kühe im Durchschnitt alle zehn Jahre ein Kalb, manche auch alle drei Jahre. Die jungen Orcas werden dabei zwölf Monate
und länger von den Müttern gesäugt.
Auf den meisten Beobachtungsfahrten sieht man Killerwale gemächlich vorbeiziehen. Sie können aber auch anders. So
wird die Höchstgeschwindigkeit der Schwertwale auf rund 56 km/h geschätzt. Um komplett aus dem Wasser heraus zu springen, benötigen die Wale mindestens eine Ausgangsgeschwindigkeit von etwa 36 km/h.
4. Verhaltensweisen
Von Bord eines Whalewatching-Bootes kann man immer wieder auf- und abtauchende Orcas erblicken, wie sie am Boot
vorbeiziehen, sich am seichten Ufer die Haut reiben, sich an der Wasseroberfläche ausruhen oder, mit ganz großem Glück, wie sie gerade mit einem mächtigen Sprung aus dem Wasser herausschießen.
Eigentlich ganz banale Dinge aus dem Leben eines Killerwales, die man da beobachtet. Für die Wissenschaftler
stecken jedoch vier Grundverhaltensweisen dahinter, denen sie die verschiedenen Tätigkeiten der Wale zuordnen. Das wären die Futtersuche (Foraging), das Reisen (Travelling), das Ruhen (Resting) und das
weitere Sozialverhalten (Socialising).
Unter letzteren Punkt fällt das sogenannte Breaching, der Sprung aus dem Wasser. Vor allem bei den Orcas südlich
von Vancouver Island wird dieses Verhalten öfter beobachtet als bei den Killerwalen im Norden. Wissenschaftler nehmen an, es handelt sich um ein Dominanzverhalten. Als Zeichen für Körperbeherrschung und
Athletik. Vielleicht ist es aber auch nur eine besondere Tradition der Wale im Süden vor Victoria. Aber auch die Paarungsrituale gehören unter anderem zum Socialising, die man auf den Super-Pod-Days
beobachten kann.
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5. Familienleben
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Die Resident Killer Whales der Westküste Kanadas verfügen über ein ausgeprägtes und funktionierendes soziales
System mit Regeln und strengen Verhaltensmustern.
Sie leben in regelrechten Familien zusammen, den sogenannten Pods oder Subpods. Es sind Gruppen zwischen 5 und 20
Tieren, die ihren Weg gemeinsam machen. Es sind aber auch schon Gruppen von über 50 Mitgliedern gesichtet worden. Dann spricht man auch von Clans.
Den gesellschaftlichen Mittelpunkt der Walgesellschaft bilden die Weibchen, denn Orcas leben im Matriarchat. Das
älteste und ranghöchste Weibchen führt die Gruppe an. Bis zu vier Generationen können dort versammelt sein.
Untereinander fühlen sich die Orcas stark verbunden. Stirbt zum Beispiel die Matriarchin, rückt das zweithöchste
Weibchen nach. Es übernimmt dabei auch die Versorgung der Babyorcas.
Bei ihren Forschungsarbeiten sind Wissenschaftler auf ein besonderes Phänomen bei den Matriarchinnen gestoßen: Sie
sind sehr empfindlich, was Störungen angeht. Die Meinung von Forschern: Vor allem Lärm ist regelrechter Stress für die Familienoberhäupter. Sind sie sich vielleicht ihrer Verantwortung bewusst? Sind sie deshalb stressanfälliger? Fragen, die noch nicht eindeutig beantwortet sind.
Wie stark die Mutter im Mittelpunkt steht, zeigt sich auch darin, dass die männlichen Orcas stets bei ihr bleiben.
Nur zur Paarung verlassen sie sie kurz, um sich Partnerinnen zu suchen, und kehren dann wieder zur Familie zurück. Denn die Fortpflanzung innerhalb einer Familie ist tabu. Babies werden meistens bei den
großen Familientreffen gezeugt, den sogenannten Super-Pod-Days, wo gleich 50 oder noch mehr Wale zusammenkommen.
Ein Super-Pod-Day gleicht denn auch einer Walparty. Kann man als Tourist diesem Ereignis beiwohnen, kann man
hervorragend das sogenannte Socialising beobachten. Über und unter Wasser wimmelt es nur so von Aktivitäten. Die Orcas schlagen mit den Flossen auf die Wasseroberfläche, springen aus dem Wasser heraus
oder treiben andere Spielchen miteinander. Horcht man mit Hilfe eines Unterwassermikrofons in die Tiefe, hört man eine Vielzahl unterschiedlichster Laute wie Rumpeln, Rattern, Knarren, Klicken oder
Pfeifen.
Im Laufe der Evolution haben sie gewaltfreie Methoden entwickelt, Konflikte zu lösen. So gibt es auch keine Kämpfe
zwischen Orcabullen um Weibchen, Reviere oder Nahrung bei den erwähnten Treffen oder zu anderen Zeiten. Die Lebensprinzipien der Wale sehen vor, alles zu teilen und zu kooperieren, sich gegenseitig zu
unterstützen.
6. Resident, Transient und Off-Shore-Orcas
Bei den an der Westküste Kanadas anzutreffenden Orcas handelt es sich um die Northern und die Southern Residents.
Jedes Jahr, im Süden zwischen Juni und September und im Norden zwischen Mitte Juli und September, finden sich verschiedene Walfamilien in den genannten Regionen ein und bleiben dort für längere Zeit.
Deswegen spricht man hier von den Resident Killer Whales, den einheimischen Orcas.
Den Grund, warum die Orcas zur genannten Zeit in dieser Gegend leben, findet man unter anderem in ihren
Fressgewohnheiten. Auf ihrem Speiseplan stehen nämlich überwiegend Lachse. In riesigen Schwärmen ziehen diese Fische beispielsweise durch die Johnstone Strait, um ihre Laichplätze in den Gebirgsbächen zu
erreichen. Langfristig kündigt sich jedoch ein Problem in dieser Gegend an.
Die Überfischung durch die Menschen hat den Lachsbestand stark dezimiert und das Ökosystem ist unter anderem auch
durch die Holzindustrie gestört. Damit kann den Orcas allmählich die Lebensgrundlage entzogen werden. Müssen sie deshalb eines Tages ihre Routen ändern? Wird man sie in Zukunft noch in dieser Gegend
finden? Fragen, die noch niemand so recht zu beantworten weiß.
Hin und wieder schwimmt der eine oder andere Familienverbund aus dem Süden oder dem Norden in die jeweils andere
Region. Sehr zur Freude der Walforscher, die diese Besuche natürlich mit Interesse registrieren und die möglichen Kontakte unter den unterschiedlichen Walfamilien verfolgen. Allerdings sind solche
Besuche sehr, sehr selten.
Schon öfter begegnet man da den sogenannten Transient Killer Whales. Sie sind im Gegensatz zu ihren Artgenossen,
den Residents, an keine bestimmte Region gebunden, kreuzen durch die unterschiedlichsten Gewässer und ziehen die Westküste entlang. Diese plötzlich und oft nur in kleinen Gruppen auftauchenden Wale
unterscheiden sich durch einen anderen Speiseplan (Seehunde, Delphine oder andere Wale, z.B. nicht ausgewachsene Grauwale) von ihren Artgenossen. Diese fressen in der Regel Fische, aber nur in sehr
seltenen Fällen andere Säugetiere.
Eine weitere, aber weitgehend unbekannte Gruppe sind die Off-Shore-Orcas. Sie wurden rund 15 Kilometer von der
Westküste Vancouver Islands und den Queen Charlotte Islands entdeckt. Im Unterschied zu den Transients fallen sie durch lebhaftere Kommunikation auf. Sie ernähren sich von diversen Fischarten, auch
größeren. Man weiß aber kaum etwas über sie.
Trotz ihrer ausgeprägt unterschiedlichen Lebensweisen, beispielsweise unterschiedlichen Jagdstrategien, gibt es
viele Gemeinsamkeiten unter den Walen.
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7. Southern und Northern Residents
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Nördlich der Mitte Vancouver Islands bis zum Südosten Alaskas ist es möglich, auf einige der rund 220 Orcas der
Northern Resident Community zu stoßen. So weit reicht das Ausbreitungsgebiet der drei Clans A, G und R mit insgesamt 16 Pods.
Der A-Clan ist mit fast 120 Mitgliedern der größte und am besten erforschte. Zu ihm gehören zehn Pods: A1, A4, A5,
B1, C1, D1, H1, I1, I2, I18. Der G-Clan ist der zweitgrößte Clan mit rund 70 Mitgliedern. Er setzt sich aus vier Pods, nämlich dem G1, G2, I11 und I31 zusammen. Der kleinste Clan trägt die Bezeichnung R.
Zu ihm gehören 30 Wale in den zwei Pods R1 und W1.
Im Gegensatz zu den Orcas im Norden gibt es im Süden nur einen Clan, den J-Clan. Allerdings bilden drei Pods, J1,
K1 und L1 die Southern Resident Community. Rund 100 Wale gehören ihr an, davon allein fast 60 vom L-Pod.
Besonders in der Georgia Strait, dem Puget Sound, westlich des San Juan Islands in der Haro Strait und am
Südzipfel von Vancouver Island hat man gute Chancen, diese Orcas von einem der zahlreichen Whalewatching-Boote aus zu beobachten. Manchmal verlassen sie auch die Juan de Fuca Strait und gehen an der
Westseite von Vancouver Island auf Futtersuche.
Wo befinden sich die Wale im Winter? Eine Frage, die weiterhin die Forscher beschäftigt. Licht ins Dunkel könnte
eine neue Technik bringen, die jetzt ausgereift zu sein scheint: Telefonleitungen gekoppelt mit Unterwassermikrofonen. Da man mittlerweile die Lautäußerungen der Wale bestimmten Gruppen und einzelnen
Familienmitgliedern zuordnen kann, können auf diese Weise Subpods und einzelne Wale in der Weite der Gewässer genau lokalisiert werden.
Sogar bei einem Radiosender in Vancouver sind die Wale on air. Die Station sendet 24 Stunden lang jene Geräusche,
die die Unterwassermikrofone aufnehmen.
8. Orcas und die Menschen
Vor allem das Zusammenleben zwischen Menschen und Orcas war Jahrzehnte lang überschattet von Unwissenheit. So
wurden Orcas oft als blutrünstige, menschenfressende Monster bezeichnet. Während des zweiten Weltkrieges haben Militärpiloten sie deshalb als Zielscheibe genutzt. Sie bombardierten vor Island ganze Pods,
um ihre Treffsicherheit zu verbessern. Noch in den 60er Jahren stufte das Taucherhandbuch der US-Navy Killerwale in die höchste Gefahrenklasse ein.
Aber auch in den Gewässern vor British Columbia hatten die Orcas einen schweren Stand. Vor allem Fischer sahen sie
als große Rivalen an, wenn es um die Fischbestände ging. Schließlich dachte man, in dieser Gegend hielten sich Tausende dieser wunderschönen, schwarzweißen Tiere auf. An der Westküste Vancouver Islands
bei Campbell River wurde sogar ein Maschinengewehr installiert. Es sollte den Bestand der Killerwale dezimieren helfen. Zum Glück wurde es nie benutzt.
Vielleicht auch ein Verdienst der Forschungsarbeiten von Michael Bigg und seinen Kollegen. Sie konnten in den 70er
Jahren mit der Methode der Fotoidentifikation ein genaues Bild vom eigentlichen Bestand entwerfen. Viele Westküstenbewohner waren jedoch weiterhin skeptisch. Für viele von ihnen blieben Orcas beliebte
Zielscheiben ihrer eigenen Schusswaffen.
9. Das Image
Das Image des gefürchteten Killers ist mittlerweile dem des friedlichen Showstars gewichen. Nicht zuletzt wegen
zahlreicher positiver Zeitungsartikel und Buchveröffentlichungen. Selbstverständlich haben auch die Kinofilme über Free Willy dazu beigetragen, die ursprünglich vorhandene Furcht vor den Tieren in ein
rührseliges Mitgefühl zu verwandeln.
Von einer Glorifizierung sollte man jedoch schnell wieder Abstand nehmen. Auf der einen Seite gehören sie zu einer
Spezies, in der bestimmte Arten, in diesem Fall die Resident Orcas, tatsächlich einen Weg zur friedlichen Koexistenz in ihrer Walgesellschaft gefunden haben. Und wenn sie ihre Jungen großziehen, ist
ihnen eine Sanftmut eigen, die Ihresgleichen sucht.
Transient Killerwale haben dagegen Charakterzüge, die aus menschlicher Sicht eher befremdend anmuten.
Beispielsweise, wenn sie Robben oder Grauwalbabies angreifen oder in Gruppen über Blauwale herfallen und dabei ein sehr spektakuläres Jagdverhalten an den Tag legen. Die Natur hat die Wale eben mit
diesen Instinkten ausgestattet.
Wie jedes andere Lebewesen auch, sollte man Orcas als das akzeptieren, was sie nun einmal sind: Wild lebende
Meeressäugetiere, die unseren Respekt verdient haben.
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10. Kommunikation der Orcas
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Salven von Klicklauten und unterschiedlichen Pfeiftönen kommen aus dem Lautsprecher an Bord des
Whalewatching-Bootes. Ein sogenanntes Hydrophone, also ein Unterwassermikrofon, erschließt den Passagieren auf ihren Touren zu den Orcas zumindest akustisch die Unterwasserwelt. Es lässt sie teilhaben an
der Kommunikation zwischen den Tieren. So mancher Tourist ist einfach entzückt über das, was er da hört. Ist das die Sprache der Wale?
Verabschieden wir uns am besten gleich von der Vorstellung, Wale würden ähnlich wie wir über eine Sprache
verfügen. Denn "Wale brauchen keine Sprache", erklärt Frank Thomsen, Verhaltensforscher am Zoologischen Institut Hamburg, Abteilung Meeresbiologie.
Sie verfügen über größere akustische Fähigkeiten als wir Menschen. Zwangsläufig, schließlich sind die Weltmeere
ihr Lebensraum. Und Wasser ist ein hervorragendes Medium, Schall zu übertragen. Wie hat sich die Kommunikation der Wale diesem Lebensraum angepasst?
Wissenschaftler untersuchen die verschiedenen Lautäußerungen von Killerwalen schon seit geraumer Zeit. Bei seinen
Forschungsarbeiten in der Johnstone Strait hat auch Frank Thomsen hunderte Minuten von Klick-, Grunz-, Schrei-, Schnatter- und Pfeiftönen aufgenommen. Ihn interessiert vor allem die Frage, welche Laute
die Wale bei sozialen Interaktionen abgeben.
Welche Funktion haben die Lautäußerungen? „Da Orcas sehr komplex und hochentwickelt sind, ist es für einen
Forscher eine Herausforderung, diesem Aspekt nachzugehen", erklärt er. Auf einer separaten Tonspur seines Aufnahmegerätes hielt er zeitgleich mit den Tonaufnahmen seine Beobachtungen fest. Manchmal
an Bord eines kleinen Bootes, oft mit Unterstützung von Jim Borrowman, der ihn zu den Walen mitnahm in seinen beiden Whalewatching-Booten, der Gikumi und der Lukwa.
11. Die Lautäußerungen
Aufbauend auf anderen Forschungsarbeiten, zum Beispiel von John K.B. Ford, Vancouver Aquarium, steht für Thomsen
fest, dass die Lautäußerungen unter anderem dazu dienen, Artgenossen in der Weite der Gewässer zu finden. Schallwellen sind dabei für die Orientierung eine unersetzliche Hilfe. Mit bloßen Augen sehen die
Wale immerhin bis zu 50 Meter weit unter Wasser. Allerdings nur bei Tag. Nachts wären sie orientierungslos, hätte die Natur ihnen nicht die akustischen Fähigkeiten mitgegeben.
Die Echolotung spielt bei der Orientierung unter Wasser eine wichtige Rolle. Wie bei Fledermäusen, die eine Art
Radarstrahl aus Ultraschallwellen ausstoßen, um sich im Dunkeln zurecht zu finden, nutzen Orcas ähnliche Schallwellen zur Orientierung unter Wasser. Sie stoßen dabei einzelne oder gleich mehrere schnell
aufeinander folgende Klicklaute in Millisekundenabständen aus, die sogenannten Clicktrains. Sie dienen zur Beutefindung, zum Lokalisieren von Hindernissen oder auch, um Artgenossen zu finden.
Treffen die ausgesandten Schallwellen auf Hindernisse, werden sie reflektiert und Bruchteile von Sekunden später
wieder empfangen. Nervenzellen registrieren die ankommenden Laute. Anhand des Klangbildes können Wale die jeweiligen Hindernisse erkennen, ob es sich um einen schmackhaften Lachs oder um im Wasser
dümpelndes Treibholz handelt.
Neben den Lauten zur Orientierung sind die Forscher auf weitere interessante Lautäußerungen gestoßen. Darunter
auch die sogenannten diskreten Rufe (discrete calls), die Ausdruck der sozialen Kommunikation sind. Sie helfen in erster Linie, den sozialen Kontakt zu anderen Artgenossen zu koordinieren.
Bis zu 17 diskrete Rufe haben die Wissenschaftler bisher identifiziert. Es handelt sich um immer wieder
hervorgebrachte Äußerungen, die sich stereotyp wiederholen können. Jede Familie hat ein eigenes Repertoire, mit dem die Mitglieder untereinander kommunizieren.
Diese diskreten Rufe zeigen im Vergleich der Walpods und verschiedenen Clans individuelle Eigenheiten, die es den
Forschern letztendlich erlauben, die einzelnen Wale auch akustisch den einzelnen Pods zuzuordnen. Man spricht in diesem Fall von Dialekten.
Dialekte? Man mag es kaum glauben, aber jeder Clan und Pod hat seinen eigenen. Dialekte sind beim Menschen
nichts Ungewöhnliches. Je nachdem, in welcher Region eines Landes man sich befindet, trifft man immer wieder auf Ortsansässige, die sich in einer typischen Art äußern. Auch in der Tierwelt haben Forscher Dialekte festgestellt, und zwar bei Vögeln und Primaten. Ähnlich wie beim Menschen treten sie in Regionen auf, die in der Regel weit auseinander liegen.
In der Johnstone Strait haben Walforscher es jedoch mit einem besonderen Dialektphänomen zu tun: Bei den
verschiedenen Walclans haben sich in dieser kleinen und damit räumlich stark begrenzten Region im Laufe der Evolution die bereits erwähnten unterschiedliche Dialekte entwickelt, mit der die Kommunikation
abläuft.
Die Pfeiftöne innerhalb der Walkommunikation haben es Frank Thomsen besonders angetan. In ihren Sequenzen ähneln
sie dem Vogelgesang. Vögel bringen sich beispielsweise mit ihrem Duettgesang in die gleiche Stimmung.
Machen es die Wale genauso? Es ist noch nicht ganz klar, warum die verschiedenen Walpods so unterschiedliche
Lautäußerungen haben und bei welchen sozialen Verhalten sie welche anwenden. Ein Ende der Walforschung ist noch lange nicht in Sicht. "Wir stehen erst am Anfang unserer Forschung", stellt Frank
Thomsen fest.
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12. Sind Wale in Gefangenschaft sprachlos?
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Wale kommunizieren in Gefangenschaft genauso wie in freier Natur. Natürlich fallen in einem Aquariumbecken viele
der natürlichen Signale fort. Man denke nur an die Lautäußerungen bei der Jagd. "Soziale Beziehungen haben sich nach dem Fangverhalten ausgerichtet", erklärt Frank Thomsen diesen für das
Walleben bestimmenden Inhalt.
„Die Wale kommunizieren beispielsweise miteinander, wenn sie getrennt von einander tauchen und ihre Position
bestimmen wollen.“ In den künstlichen Becken fällt dieser Aspekt natürlich weg. Die Beschäftigungslosigkeit ist für die Orcas denn auch das größte Problem, das in gewisser Weise auch zu Sprachlosigkeit
führen kann.
13. Wie funktioniert die Echolotung bei den Killerwalen?
Das Höhlensystem des mächtigen Walkopfes hat eine Art Schlüsselfunktion. Der Killerwal stößt die Luft, die sich
dort in den Nasen und Rachenhöhlen sammelt, unter Hochdruck wieder aus. Die erzeugten Töne werden im Kopfhöhlensystem reflektiert und Schallwellen treten durch die Melone, einen Teil des Kopfes, wieder
aus. Die Melone dient dabei als akustische Linse und bündelt die Schallwellen.
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