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Wieviel mehr wir mit einem Fernglas sehen, hängt bei Tag nur von seiner Vergrößerung, in der Dämmerung sowohl von
der Vergrößerung als auch vom Objektivdurchmesser ab. Beide Größen sind ein Teil der Produktbezeichnung und gehören zu den Kenndaten - zum Beispiel 8x56 - eines Fernglases, sie sagen jedoch nichts über
seine Bildqualität und Gebrauchstüchtigkeit aus. Zur Verbesserung der Bildqualität tragen sogenannte asphärische Linsen oder spezielle hochwertige optische Glasmaterialien bei. Nikon verwendet bei
einigen Produkten sogar als “Ökoglas” bezeichnete blei- und arsenfreie Gläser, kombiniert mit einer Ultra-Multicoating.
Vergrößerung
Objektivdurchmesser
Dämmerungszahl
Austrittspupille und Dämmerungsleistung
Sehfeld
Vergütungen
Porro- oder Dachprismen
Glossar
Vergrößerung
Die erste Zahl der Kenndaten, zum Beispiel 8x, gibt die Vergrößerung an. In der Natur sieht man also einen 100 m
entfernten Orca so, als ob man ihn mit bloßem Auge aus 12,5 m Entfernung betrachtet. Dass heißt, mit einem solchen Fernglas erscheint das Objekt achtmal näher und wir können Einzelheiten wie die Struktur
des Saddlepatches deutlich erkennen.
Fürs Whale-Watching-Touren optimal sind Gläser mit einer 6fachen bis 8fachenVergrößerung. Da die Handunruhe
mitvergrößert wird, kann eine zu hohe Vergrößerung (10fach) die Detailerkennbarkeit unter Umständen erheblich beeinträchtigen.
Dieser „Wackelfaktor“ ist sehr individuell und nicht unbedingt ein Indiz für fortgeschrittenes Alter! Vor dem Kauf
eines Fernglases sollten Sie auch ein schweres mit einem leichten Modell vergleichen. Die sogenannte Massenträgheit macht sich oft nämlich positiv bemerkbar. Das schwerere Glas liegt in den meisten
Fällen einfach besser in den Händen, stabilisiert sich wie von selbst. Natürlich darf es nicht zu schwer sein.
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Objektivdurchmesser
Die zweite Zahl, beispielsweise 56, bezeichnet den Objektivdurchmesser in Millimetern. Sie ist ein Maß für die
Lichtmenge, die in das Fernglas treten kann. Bei Tag ist ein Objektivdurchmesser von 20 mm für die Walbeobachtung ausreichend.
Ein größerer Durchmesser ist für Beobachtungstouren in der Dämmerung unentbehrlich. Das Objektiv soll schließlich
von dem noch vorhandenen Licht soviel wie möglich aufnehmen können. Bei einer Verdoppelung des Objektivdurchmessers von 20 mm auf 40 mm, ergibt dies einen vierfach größeren Lichtdurchlass.
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Dämmerungssehen und Dämmerungsleistung
Das Auge des Menschen, der ja ein tagaktives Lebewesen ist, lässt bei fortschreitender Dämmerung in seiner
Leistung nach. Je weniger Licht, desto weniger sind Farben noch erkennbar. Lediglich für den blauen Spektralbereich wird die Empfindlichkeit des Auges größer. Auch ein Nachlassen der Sehschärfe muss man
in Kauf nehmen, denn diese sinkt in der Nacht auf etwa ein Drittel der Tagessehschärfe. Um bei abnehmendem Licht noch möglichst lange Einzelheiten deutlich zu erkennen, brauchen wir eine optische Hilfe —
ein Fernglas mit bester Bildqualität und hoher Dämmerungsleistung.
Bedingt durch die Verschiebung der spektralen Empfindlichkeitskurve in Richtung Blau (Purkinje-Verschiebung),
sollten Sie bei Dämmerung das Glas mit Hilfe des Mitteltriebs in Richtung Minus verstellen. Somit umgehen Sie der sogenannten „Nebelung“.
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Dämmerungszahl
Die Dämmerungszahl bietet Vergleichswerte für die Dämmerungstauglichkeit von Ferngläsern. Sie errechnet sich aus
der Formel „Wurzel aus Vergrößerung mal Objektivdurchmesser“. Ein 8x56 Fernglas hat zum Beispiel die Dämmerungszahl 21,2. Im Vergleich dazu beträgt sie bei einem 7x42 Glas 17,1.
Rechnerisch würde das bedeuten, dass man mit dem 8x56 Glas ein Objekt noch in einer Entfernung von 212 m gut
erkennen kann, welches man mit einem 7x42 aber nur auf 171 m gleich gut sehen könnte; eine gleiche Qualität der Ferngläser und gleiche Dämmerungsverhältnisse vorausgesetzt.
Beim Vergleich von Ferngläsern verschiedener Hersteller mit gleicher Dämmerungszahl ist es möglich, dass
Unterschiede in der Bildhelligkeit zu beobachten sind. Da die Dämmerungszahl ein rechnerischer Wert ist, kann die Bildhelligkeit durch unterschiedliche Glasarten, die optische Konstruktion und die
Qualität der Vergütung beeinflusst werden. Nur, die Dämmerungszahl allein gibt uns noch keine Auskunft über die Dämmerungsleistung eines Fernglases. Dazu benötigen wir auch den Durchmesser der
Austrittspupille.
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Austrittspupille und Dämmerungsleistung
Die Austrittspupille am Okular des Fernglases ist für das Dämmerungssehen von ausschlaggebender Bedeutung, denn
von ihrer Größe hängt die Abbildungshelligkeit im Auge ab.
Je höher die Dämmerungszahl und je größer die Austrittspupille des Fernglases ist, umso besser ist die Leistung
bei schwachem Licht.
Dieser Aspekt kann vor allem dann interessant sein, wenn man Orcas auch einmal in der Dämmerung beobachten möchte.
Beispielsweise, während einer Kajaktour in der Johnstone Strait im Norden von Vancouver Island. Manchmal ergeben sich fantastische Beobachtungsmöglichkeiten in der Dämmerung vom Campground aus. Im
normalen Einsatz auf einem Boot bei Tageslicht spielt dies nur eine untergeordnete Rolle.
Ein Fernglas bietet nur dann höchstmögliche Dämmerungsleistung, wenn seine Austrittspupille groß und die Pupille
des Auges gleich groß ist.
Öffnet sich die Pupille eines Auges beispielsweise nur bis 5 mm oder 6 mm, was bei älteren Menschen oft der Fall
ist, kann die hohe Dämmerungsleistung eines Fernglas mit 7 mm Austrittspupille nicht voll genutzt werden. Eine geringe Dämmerungsleistung haben übrigens auch Ferngläser mit Austrittspupillen unter 4 mm
Durchmesser.
Ein anderer Vorteil einer großen Austrittspupille: Bei stärkerer Handunruhe bei der Beobachtung vom Boot aus,
gerät die Augenpupille, die im Tageslicht 1,5 mm bis 2 mm groß ist, nicht so leicht außerhalb des Durchmessers der Austrittspupille des Fernglases. Das würde sich durch Abschattungen des Sehfeldes
störend bemerkbar machen.
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Sehfeld
Aus der Sehfeldgröße ist erkennbar wie viele Meter Geländebreite auf 1.000 m Entfernung durch das Fernglas gesehen
werden. Man spricht auch vom Sehfelddurchmesser, da das Sehfeld ja kreisförmig ist. Je höher die Vergrößerung, desto kleiner ist im Allgemeinen das Sehfeld. Seine Größe wird jedoch auch von der
Konstruktion des optischen Systems beeinflusst. Spezielle Weitwinkelokulare ermöglichen hier eine deutliche Steigerung. In den USA und in Japan wird die Sehfeldgröße in Winkelgraden angegeben. So hat das
Sehfeld von beispielsweise 150 m auf 1.000 m einen Winkel von 8,5°.
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Vergütungen
Mit einer Mehrschichtvergütung, die heute alle qualitativ hochwertigen Ferngläser haben, werden mehr als 90
Prozent Lichtdurchlässigkeit sowie ein Höchstmaß an Kontrastwiedergabe und Farbtreue über das gesamte Spektrum erzielt.
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Porro- oder Dachprismen?
Die Bauform eines Fernglases wird durch die Art der verwendeten Prismen bestimmt. Porroprismen führen zu breiteren
Ferngläsern, die aber eine geringere Höhe aufweisen. Da der Abstand zwischen den beiden Objektiven beim Porrosystem größer ist, sieht man mit diesem Typ ein Objekt etwas plastischer. Dieser Effekt kann
nur bei hohen Vergrößerungen und bei kürzeren Entfernungen zur Geltung kommen. Kompakter, handlicher und bequemer zu tragen sind ohne Zweifel die Dachprismengläser.
Bedingt durch die in unkorrigierten Dachprismen-Systemen auftretende Phasenverschiebung der Strahlenbündel, liegt
die Abbildungsqualität in der Bildmitte bei diesem Typ geringfügig unter der eines Porroglases. Das wirkt sich in der Praxis so aus, dass der Beobachter durch exzentrische Verlagerung seiner Augenpupille
zur Austrittspupille des Fernglases oder durch öfteres Nachfokussieren bestrebt ist, den je nach Struktur des Objekts mehr oder weniger nachteiligen Einfluss der Phasenverschiebung auf die
Abbildungsqualität zu vermindern. Das geschieht zwar unbewusst, ist bei längerer Beobachtung jedoch ermüdend.
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